Donald Trump bei NBA-Finals: Buhrufe und massive Sicherheitsvorkehrungen in New York
Erstmals besucht ein amtierender US-Präsident ein NBA-Finalspiel; die Heimkehr der Knicks wird von politischem Unmut und strengen Sicherheitsmassnahmen überschattet.

Als Donald Trump am Montagabend im New Yorker Madison Square Garden das dritte Finalspiel der NBA zwischen den Knicks und den San Antonio Spurs verfolgte, schlug ihm keineswegs Begeisterung entgegen. Sobald der Präsident auf der Videowand erschien und während der Nationalhymne salutierte, erhob sich ein lauter Chor von Buhrufen [A3][A14]. Es war der erste Besuch eines amtierenden US-Präsidenten bei einem NBA-Finalspiel – ein historischer Abend, der jedoch die tiefe politische Spaltung des Landes offenlegte, denn in der mehrheitlich demokratisch wählenden Metropole stösst Trump auf breite Ablehnung.
Die Sicherheitsvorkehrungen rund um den traditionsreichen Sporttempel glichen eher einem Staatsbesuch. Rund um die Arena wurde ein weitläufiger Sperrbezirk eingerichtet; Fans mussten sich auf stundenlange Wartezeiten und Flughafen-ähnliche Kontrollen einstellen [A6][A9]. Eine für draussen geplante grosse Public-Viewing-Party wurde kurzfristig abgesagt [A2][A16]. Das französische Blatt «Le Figaro» verwies zudem auf einen Messerangriff mit sechs Verletzten am Vorabend nahe der Penn Station, der die ohnehin angespannte Lage weiter verschärft habe [A5]. Lateinamerikanische Medien wie CNN Brasil und die kolumbianische Zeitung «El Espectador» beschrieben das Bild eines «eingefrorenen Festes», bei dem sich die Vorfreude der «Marea Naranja» in einem Labyrinth aus Absperrgittern und Sicherheitsschleusen verlor [A9][A15].
Trump, ein lebenslanger Knicks-Fan und langjähriger Freund des Teambesitzers James Dolan, hatte den Besuch bewusst als Bühne gesucht – bereits zuvor war er bei Super Bowl und US Open aufgetreten [A2][A14]. Der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani, ebenfalls im Garden, liess verlauten, er werde nicht neben dem Präsidenten Platz nehmen [A1]. Im Lager der Spurs löste der Rummel Widerspruch aus: Während Starspieler De’Aaron Fox die Massnahmen als «lästig für alle» kritisierte, erklärte Trainer Mitch Johnson, er habe keinerlei Unannehmlichkeiten verspürt – es gehe allein um das Spiel [A4].
Die Knicks, die mit 2:0 in der Serie führten und erstmals seit 1999 ein Final-Heimspiel austrugen, rückten angesichts des politischen Spektakels beinahe in den Hintergrund. Ob Trumps Präsenz tatsächlich «Unglück» bringt, wie ein Fan mutmasste [A8], wird sich weisen; gewiss ist jedoch, dass die Symbiose aus Spitzensport und Politik auch künftig für Kontroversen sorgen wird – und dass der Sicherheitsapparat des Weissen Hauses die spontane Fankultur immer stärker zu ersticken droht.
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