Chery und Nissan prüfen Fahrzeugbau in Sunderland – Renault und Geely kooperieren in Brasilien
Die chinesischen Autohersteller Chery und Geely suchen über Partnerschaften mit etablierten Konzernen den Marktzugang. Chery verhandelt mit Nissan über eine Produktion in Großbritannien ab 2027, während Renault in Brasilien ein Geely-Modell fertigen soll.

Chery und Nissan haben eine unverbindliche Absichtserklärung unterzeichnet, um die Fertigung von Chery-Personenwagen im britischen Sunderland-Werk zu prüfen. Ab dem Geschäftsjahr 2027 könnten Fahrzeuge der chinesischen Marke auf der Produktionslinie 1 vom Band laufen, während Nissan sein Werk weiterhin besitzen und das Personal beschäftigen würde. Nissan konsolidiert derzeit seine Fertigung und verlagert die Modelle Leaf, Qashqai und Juke auf Linie 2, um Effizienz zu steigern. Unternehmenschef Ivan Espinosa bezeichnete den Schritt als wichtigen Teil der globalen Strukturreform und zeigte sich zuversichtlich, einen Partner für die freie Linie zu finden.
Für Chery ist die mögliche Vereinbarung ein strategischer Schritt, um seine Präsenz auf dem britischen Markt zu vertiefen. Der Konzern ist dort bereits mit Marken wie Omoda, Jaecoo und weiteren aktiv und plant auch die Einführung von Transportern. Die lokale Produktion würde Zölle umgehen und Chery helfen, sich gegen etablierte europäische Hersteller zu behaupten.
Während sich in Europa eine Achse zwischen einem chinesischen Herausforderer und einem japanischen Traditionskonzern abzeichnet, vollzieht sich in Südamerika eine ähnliche Entwicklung: Renault und Geely haben angekündigt, den vollelektrischen Kleinwagen EX2 im brasilianischen Werk Ayrton Senna in Paraná zu produzieren. Das Fahrzeug soll innerhalb der Renault-Produktionsstruktur gefertigt werden, konkret in der Anlage für Nutzfahrzeuge. Auch hier geht es darum, die Präsenz chinesischer Elektromodelle ohne hohe Importbarrieren auszubauen.
Aus globaler Perspektive zeigen diese Partnerschaften, dass chinesische Automobilhersteller zunehmend den Weg der industriellen Kooperation wählen, anstatt ausschließlich auf den Export zu setzen. Angesichts wachsender Handelsspannungen und protektionistischer Tendenzen, auch im EU-Raum, bieten Abkommen mit etablierten Werken einen Zugang zu lokalen Märkten und Wertschöpfungsketten. Für die deutsche Automobilindustrie, die traditionell stark im Premiumsegment ist, könnten diese Allianzen den Wettbewerbsdruck im Volumensegment weiter erhöhen. Beobachter in Peking sehen darin einen logischen Schritt in der internationalen Expansion, während europäische Analysten auf die Gefahr von Überkapazitäten und die Notwendigkeit innovativer Verteidigungsstrategien hinweisen.
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Der chinesische Hersteller Chery wird ab 2027 die Linie 1 des Nissan-Werks in Sunderland nutzen, gestützt auf eine unverbindliche Absichtserklärung zur gemeinsamen Kapazitätsnutzung. Nissan verlagert seine Modelle Leaf, Qashqai und Juke im Zuge eines Effizienzprogramms auf Linie 2.
Geely und Renault fertigen den elektrischen Kleinwagen EX2 in Brasilien – ein Zeichen dafür, dass chinesische Marken von reinen Importen zu lokalen Industriepartnerschaften übergehen. Zugleich verhandelt Nissan über die Montage von Chery-Fahrzeugen im Werk Sunderland und mildert damit die Sorgen um den Standort.
Die Chery‑Nissan‑Vereinbarung belegt den Erfolg der chinesischen Globalstrategie, die Innovation und Fertigungskompetenz in reife Märkte bringt. Die parallele Kooperation mit Renault in Brasilien stärkt ein auf Gegenseitigkeit beruhendes Win‑Win‑Partnerschaftsmodell.
Der Einzug von Chery ins Nissan‑Werk Sunderland, begünstigt durch Deals zwischen westlichen und chinesischen Firmen, vertieft die Sorge vor technologischer Abhängigkeit und der Aushöhlung der heimischen Industrie. Der kurzfristige Erhalt von Arbeitsplätzen verschleiert die Gefahr einer strategischen Preisgabe von Fertigungskapazität.
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