Afrikanische Wälder leiden unter Governance-Mängeln und Wissensverlust – Indonesien setzt auf Jugend und Alltagshandeln
Neue Studien zeigen, dass unkoordinierte Politik und schwindendes traditionelles Wissen die Biodiversität in Afrika gefährden. In Indonesien hingegen fördern Initiativen das Engagement von Bürgern und Jugendlichen für den Umweltschutz.

Im Auftrag des African Forest Forum und mit Unterstützung der schwedischen Entwicklungsagentur SIDA entstanden gleich drei Untersuchungen, die ein ernüchterndes Bild zeichnen: In den Waldbiodiversitäts-Hotspots Afrikas klaffen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander. Trotz internationaler Abkommen wie zu Biodiversität, Klimawandel und Desertifikation mangelt es vielerorts an der Umsetzung, an finanziellen Mitteln und an institutioneller Koordination. Die Studien, die unter anderem in Äthiopien, Kamerun, Kenia und Madagaskar durchgeführt wurden, belegen, dass die Waldpolitik häufig isoliert von anderen Sektoren agiert – mit direkten Folgen für die Ökosysteme und die Menschen, die von ihnen abhängen.
Besonders alarmierend ist der Verlust traditionellen Wissens über wilde Waldfrüchte und Gehölze, die in Ländern wie Benin, Äthiopien und Südafrika seit Generationen Ernährungssicherheit und Einkommen garantieren. Die Untersuchung zeigt, dass dieses indigene Wissen rapide schwindet, während die natürlichen Nahrungsgrundlagen durch Landnutzungswandel und Klimastress unter Druck geraten. Parallel dazu bleibt Holzkohle und Brennholz in vielen afrikanischen Ländern – darunter Madagaskar, Ruanda, Sambia, Nigeria und Togo – die dominierende Energiequelle für Haushalte. Die nicht nachhaltige Entnahme und mangelhafte Regulierung verschärfen die Waldverluste und verursachen gesundheitliche Risiken, wie eine weitere Studie offenlegt.
Einen Kontrast dazu bieten Initiativen in Indonesien, dem artenreichsten Land der Erde. Anlässlich des Welttags der Ozeane betonen Umweltschützer, dass jeder Einzelne von zu Hause aus zum Schutz der Meere beitragen kann – etwa durch die Vermeidung von Plastikmüll oder bewussten Konsum. Solche Bottom-up-Ansätze ergänzen die dringend benötigten strukturellen Reformen. Gleichzeitig versucht das Elektronikunternehmen Sharp Indonesia mit dem „Biodiversity Hunt 2026“ Jugendliche in Jakarta und anderen Städten für die heimische Flora und Fauna zu begeistern. Das Programm reagiert auf die wachsende Entfremdung junger Stadtbewohner von der Natur und soll das Bewusstsein für den Wert der biologischen Vielfalt schärfen.
Die Diskrepanz zwischen den afrikanischen und indonesischen Beispielen ist kein Zufall: Während in Afrika oft grundlegende Governance-Strukturen fehlen, setzen asiatische Länder vermehrt auf Bildung und gesellschaftliche Teilhabe. Beide Wege sind jedoch komplementär. Für die internationale Gemeinschaft, und gerade auch für Deutschland als einen der größten Geber von Entwicklungsgeldern, unterstreichen die Studien den dringenden Handlungsbedarf. Es braucht integrierte Ansätze, die Klima-, Biodiversitäts- und Landdegradierungspolitik verzahnen, traditionelles Wissen bewahren und lokale Gemeinschaften einbinden. Nur so lassen sich die globalen Ziele zum Erhalt der Wälder und Meere bis 2030 erreichen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
African forests are under severe pressure from deforestation, climate change, and biodiversity loss. Despite efforts to align national policies with global agreements, weak coordination and limited funding hinder progress. Traditional knowledge that sustains forest food systems is fading, and reliance on charcoal and firewood accelerates environmental degradation.
Ocean conservation and youth engagement are central, encouraging individual actions to protect marine ecosystems. Indonesia's rich biodiversity is highlighted, and environmental protection is framed as accessible and vital for the future. The approach is optimistic and educational, aiming to inspire lifestyle changes.
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