Archäologische Sensation unter Notre-Dame: Antike Münze und rätselhafte Inschriften gefunden
Nach dem Brand von 2019 und der Wiedereröffnung der Kathedrale fördern Ausgrabungen unter dem Vorplatz Schichten aus 2000 Jahren Geschichte zutage – von der Römerzeit bis ins Mittelalter. Die Funde gelten als „Jahrhundertgrabung“.

Unter den Füßen der Touristen, die zur Besichtigung der berühmten Wasserspeier der Kathedrale Notre-Dame anstehen, hat eine archäologische Grabung begonnen, die als „Jahrhundertgrabung“ bezeichnet wird. Nur vier Meter unter dem Vorplatz fördern Forscher Schichten aus 2000 Jahren Pariser Geschichte zutage: von der gallorömischen Stadt Lutetia bis ins Mittelalter. Bereits wurden eine antike Münze und geheimnisvolle Inschriften entdeckt, deren Bedeutung noch unklar ist. Auslöser der Grabungen ist der verheerende Brand von 2019, der den Spitzturm einstürzen ließ und eine umfassende Neugestaltung des Vorplatzes nach sich zieht.
Die archäologische Kampagne, die mehr als ein Jahr nach der feierlichen Wiedereröffnung der Kathedrale im Dezember 2024 begonnen hat, erstreckt sich über einen offenen Schnitt im Boden des Vorplatzes. Während oben die Besucher die gotische Architektur bestaunen, dringen die Archäologen Schicht um Schicht in die Vergangenheit vor. Neben der Münze stießen sie auf Mauerreste und rätselhafte Zeichen, die auf eine bisher unbekannte frühmittelalterliche Nutzung des Ortes hindeuten könnten. Diese Funde fügen sich in das Bild einer Stadt, die seit der Antike kontinuierlich besiedelt wurde – ein historisches Palimpsest, wie es in Europa nur wenige gibt.
Aus mitteleuropäischer Perspektive ruft der Fund Erinnerungen an ähnliche städtebauliche Entdeckungen wach: etwa die römischen Thermen unter dem Kölner Rathaus, die frühmittelalterlichen Gräber auf dem Züricher Lindenhof oder die keltischen Siedlungsspuren in der Wiener Innenstadt. Alle diese Funde zeigen, wie moderne Großstädte auf historischem Grund errichtet sind und dass jede Neugestaltung eine Abwägung zwischen urbaner Entwicklung und dem Bewahren des kulturellen Erbes erfordert. Frankreich verfolgt dabei eine konsequente Politik der präventiven Archäologie, die Bauvorhaben nur nach gründlicher Untersuchung des Bodens erlaubt – ein Vorbild auch für deutsche und österreichische Denkmalpfleger.
Die Grabungen unter Notre-Dame sind ein Lehrstück für den Umgang mit Katastrophen: Sie zeigen, wie Zerstörung Chancen für neue Erkenntnisse eröffnen kann. Nach dem Brand wurde nicht nur die Kathedrale selbst minutiös restauriert, sondern nun wird auch der umgebende Raum historisch erschlossen. Die Funde sollen nach Abschluss der Arbeiten in die Neugestaltung des Vorplatzes integriert werden und könnten das Verständnis des Pariser Stadtkerns nachhaltig verändern. Für den Tourismus bedeutet dies eine zusätzliche Attraktion, die das spirituelle und kulturelle Zentrum der französischen Hauptstadt um eine wissenschaftliche Dimension bereichert.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Die Grabung unter dem Vorplatz, ausgelöst durch ein Begrünungsprojekt, hat eine Münze aus dem 4. Jahrhundert und rätselhafte Inschriften zutage gefördert. Gefeiert als ‘Grabung des Jahrhunderts’, wird sie als triumphale Verbindung von Brand‑ und Wiederaufbau‑Erzählung mit der römischen Vergangenheit von Paris inszeniert. Die Geschichte verbindet historische Faszination mit Pragmatismus und zelebriert die Geschichtsschichten, die eine moderne Baustelle freilegt.
Die deutschsprachige Berichterstattung rückt den Streit um moderne Buntglasfenster in Notre‑Dame in den Mittelpunkt und zeichnet ihn als erbitterten Kulturkampf um das nationale Erbe. Der präsidiale Vorstoß für zeitgenössische, teils rosafarbene Fenster wird als selbstverherrlichende Geste kritisiert, die traditionelle sakrale Kunst gefährde. Indignation und Skepsis prägen den Ton; es wird Alarm geschlagen, dass das Vorhaben die französische kulturelle Identität langfristig beschädigen könnte.
Die indische Presse berichtet über den Fund einer Münze aus dem 4. Jahrhundert und mittelalterlicher Keramik unter dem Vorplatz von Notre‑Dame und feiert ihn als ‘Grabung des Jahrhunderts’. Mit bewundernder Distanz wird betont, dass der Wiederaufbau nach dem Brand ein Fenster zu Jahrtausenden Pariser Geschichte geöffnet hat, ohne sich in lokale Streitigkeiten einzumischen. Archäologisches Staunen und historische Kontinuität prägen die Erzählung.
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